Filmautobahn und Aldenhoven Testing Center (ATC)

Lageplan
Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche "Emil Mayrisch" in Siersdorf existieren zur Zeit ein Testing Center und eine Filmautobahn. Es ist geplant, das gesamte Gebiet als Gewerbe- und Industriegebiet mit dem Schwerpunkt Automobil- und Zulieferindustrie weiterzuentwickeln.

I. Allgemeine Beschreibung

Auf Emil-Mayrisch, der letzten Steinkohlengrube im Aachener Revier, im Dreiländereck Deutschland, Belgien und den Niederlanden, wurde im Dezember 1992 die letzte Kohle gefördert. Die Tagesschächte wurden eingestellt und verfüllt, in den folgenden Jahren nahezu alle Übertageeinrichtungen abgerissen und die Schächte gesichert. Zurück blieb ein riesiges Areal, dem eine nachhaltige Folgenutzung zuzuweisen war. Ein Teil des Geländes gehört heute zu dem über 36,6 ha großen Industriepark Emil Mayrisch, IPEM.
Lageplan des Testing Centers

In Kooperation mit dem Kreis Düren und der IPEM GmbH hat die Automotive Center for Industry GmbH (ACI GmbH) die Aufgabe übernommen, das Gebiet zu planen und zu entwickeln. Die Gesellschaft wurde zunächst am 08. März 2005 von der Beteiligungsgesellschaft des Kreises Düren gegründet. Als weiterer Gesellschafter ist die Gemeinde Aldenhoven hinzugekommen. Später sollen auch der Kreis Aachen und die Stadt Baesweiler Anteile erwerben.

 

Für einen Teil des Gebietes ist, entsprechend der regionalen Wirtschaftsstruktur und der Beschaffenheit des Geländes, ein privates, konzernunabhängiges Automobil-Testzentrum für Nass- und Trockentests geplant. Die Automobilindustrie gehört zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen in der Region Aachen.

 

Des Weiteren wurde bereits im unmittelbaren Anschluss daran ein simuliertes Bundesautobahnteilstück für Filmaufnahmen und Stunts errichtet. Betrieben wird die Anlage von der FTL GmbH, die u.a. für die action concept GmbH in Hürth arbeitet.

 

In Abstimmung mit dem Kreis Düren und mit der Region Aachen unter Einbeziehung der Hochschule Aachen (RWTH) und der Fachhochschule (FH Aachen) ist der Bau des Aldenhoven Testing Center (ATC) in Aldenhoven-Siersdorf für die gesamte Region richtungsweisend. Der Kreis Düren arbeitet im Rahmen dieses Projektes eng mit dem Architekturbüro Tilke und Partner zusammen, das auf dem Gebiet des Renn- und Teststreckenbaus über weltweite Erfahrungen verfügt. Für die Projektsteuerung ist das renommierte Büro AGEVA aus Aachen engagiert worden.

 

Das Gelände des ATC liegt sehr verkehrsgünstig. Mit der BAB 44 und der daran anbindenden BAB 4 verfügt das Gebiet über eine der wichtigsten deutschlandweiten West-Ost-Verbindungen. Der zurzeit durchgeführte 6-spurige Ausbau und die Nähe zu den Autobahnkreuzen Köln-West (BAB 1), Kreuz Aachen (Richtung Belgien und den Niederlanden) und Kreuz Kerpen (A 61 - Nord-Süd-Verbindung) begünstigen eine schnelle Erreichbarkeit der bedeutendsten Wirtschaftsmetropolen und Regionen Europas. Die Bundesstraße B 56 ist der direkte Zubringer zur BAB 44. In ca. 1 Stunde sind die Rennstrecken am Nürburgring, in Spa Francorchamps (B) oder im belgischen Zolder (B) zu erreichen.

Anfahrtsskizze zum Aldenhoven Testing Center (ATC)
Anfahrtsskizze

II. Darstellung der Projekte

a) Aldenhoven Testing Center (ATC)

Auf dem Gelände der ehemaligen Steinkohlenzeche Emil-Mayrisch in Siersdorf wird eine über 40 ha große Automobilteststrecke für Nass- und Trockentests entwickelt. Das Aldenhoven Testing Center (ATC)  ist direkt an einen vorgelagerten Industriepark angeschlossen und verbindet das gesamte überplanbare Areal zu einem 250 ha großen Entwicklungsgebiet.

Bereits seit 2009 existiert die Fahrdynamikfläche, bis Ende 2013 soll das Testzentrum insgesamt fertig gestellt sein. Es ist offen für alle interessierten kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU), die Forschungen auf dem Gebiet der Mobilität durchführen wollen und dafür ein Prüfgelände benötigen. Die Zielsetzungen des Testzentrums sind vielfältig: Zum einen geht es um Verbesserung der aktiven und passiven Fahrzeugsicherheit durch die Entwicklung und Erprobung moderner Assistenzsysteme. Der Fahrer soll in kritischen Fahrsituationen gewarnt werden, Aktionsempfehlungen erhalten oder durch aktive Eingriffe unterstützt werden.

Daneben können auch Themenstellungen rund um den Verbrennungsmotor erforscht werden. Dazu zählen im Einzelnen die Verminderung des Schadstoffausstoßes, der Lärmemissionen und Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs. Aktuelle Forschungsvorhaben befassen sich zusätzlich mit hybriden Antriebskonzepten und Brennstoffzellensystemen.

Die Strecken des zweiten Bauabschnitts des ATC ergänzen das bestehende Testgelände mit einer Ovalbahn, Bremsflächen mit niedrigen Reibwert, einem Handlingkurs sowie einem Steigungshügel, die erforderlich sind, um die Forschung an Fahrzeugen und deren Subsystemen in ihrer Gesamtheit zu ermöglichen. Verschiedene Fahrsituationen wie beispielsweise eine Kolonnenfahrt, die Wirkung von Assistenzsystemen wie Abstandsregelung, Kurvenerkennung und -warnung, oder auch die Untersuchung von Kollisions- und Kreuzungssituationen lassen sich hier sicher, reproduzierbar und ohne Behinderung des realen Straßenverkehrs untersuchen.

Darüber hinaus befindet sich auf dem ATC Gelände die in dieser Form in Europa einzigartige Galileo-Test- und Entwicklungsumgebung (automotiveGATE). Mit dieser können neuartige satellitenbasierte Anwendungen bereits vor der Installation des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo entwickelt und getestet werden. Mit Hilfe des Galileo-Systems sollen zum Beispiel Fahrerassistenzsysteme der "nächsten Generation" entwickelt werden.

Die ATC ist eine Tochter des Kreises Düren und der RWTH Aachen University. Die RWTH-Institute für Kraftfahrzeuge (ika), für Verbrennungskraftmaschinen (VKA) und für Regelungstechnik (IRT) haben sich finanziell neben der RWTH-Zentrale und dem Kreis direkt beteiligt.

b) Anlage für die internationale Film + Test Location GmbH (FTL)

Für die Firma Action Concept GmbH, mit Sitz in Hürth bei Köln, wurde ein 2,3 km langes Autobahnteilstück für Stunt- und Actionaufnahmen gebaut. Insgesamt 4 km Fahrstrecke bietet der aufwendig präparierte Handlingkurs. Er ist Europas größte Film-Kulisse für High-Speed-Autobahnszenen und wird über die FTL Film + Test Location GmbH vermietet.
Die Fotos zeigen die Drehaufnahmen eines Stunts für die RTL-Serie "Alarm für Cobra 11".
Am 30.11.2005 wurde die Filmautobahn erstmalig genutzt. Die Fotos zeigen die Drehaufnahmen eines Stunts für die RTL-Serie "Alarm für Cobra 11".

c) weitere Entwicklung

Nach Errichtung und Inbetriebnahme von ATC und der Anlage für die FTL GmbH ist geplant, das gesamte Gebiet als Gewerbe- und Industriegebiet mit dem Schwerpunkt Automobil- und Zulieferindustrie weiterzuentwickeln.

 

Das gesamte Areal umfasst ca. 270 ha. Wenn der oben genannte Bereich von ca. 40 ha fertig gestellt ist, werden ca. 230 ha zur Verfügung stehen. Es besteht seitens der Kreise Düren und Aachen und der Gemeinde Aldenhoven sowie der Stadt Baesweiler starkes Interesse, hier ein interkommunales Gewerbegebiet zu entwickeln.

 

Dies bedeutet, dass die ACI GmbH als Dienstleister sowohl für EBV AG tätig werden soll, um die im Industriepark Emil Mayrisch gelegenen Grundstücke zu vermarkten, als auch die weiteren Grundstücke, die teilweise im Kreis Düren und im Kreis Aachen liegen, zu entwickeln. Hier soll die Gesellschaft entsprechende Entwicklungsaufträge erhalten.

 

Gewerbeflächen-Info

Logo AGIT
Gewerbeflächeninformations- system (GISTRA) in der Technologieregion Aachen
 

ATC

Logo des ATC

Aldenhoven Testing Center (ATC)

Aldenhoven Testing Center GmbH der RWTH Aachen University
 

FTL

Logo der FTL

FTL GmbH Film + Test Location

Alte Landstr. 81
51789 Lindlar

Tel.: +49 2266 / 80 59 895
Fax: +49 2266 / 47 99 276
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