Freialdenhoven

Wappen von Freialdenhoven
Freialdenhoven liegt etwa 4 km nordwestlich vom Aldenhovener Zentrum entfernt. Im Jahre 1866 wurde in der Nähe des Ortes ein römischer Meilenstein gefunden. Der Ort lag an der Römerstraße, die von Jülich in Richtung Geilenkirchen - Sittard verlief. Vielleicht ist der Meilenstein ein Hinweis darauf, daß es hier schon zur Römerzeit eine Ansiedlung gab.
Der Ortsname entstand nach einem alten Hof, der in einem befriedeten und geschützten Waldbezirk lag: "Vredenaldenhoven" = Freialdenhoven. In Urkunden taucht der Ort im Jahre 1029 als Altenhof, um 1100 als Vrenenaldenhoven, um 1200 als Vrei-Aldenhof und 1431 als Fredenaldenhoeuen auf.
Ortseingang, Freialdenhoven
Neben der Kirche stand in früheren Jahrhunderten die Burg eines mächtigen Rittergeschlechtes. Im 14. Jahrhundert wollte Graf Wilhelm V. von Jülich (1328 bis 1361) der Ritterschaft seiner Grafschaft ihre Selbständigkeit nehmen. Dagegen lehnte sich der Freialdenhovener Burgherr Dietrich Schinnemann auf. Er machte sich zum Anführer der freien Ritterschaft und sagte dem Grafen den Kampf an. Schließlich wurde Freialdenhoven von Graf Wilhelm V. eingenommen und die Burg zerstört und nicht wieder aufgebaut.
Kirche, Freialdenhoven

Schon 1166 besaß das Dorf eine Pfarrkirche. Diese Kirche ist im 15. Jahrhundert durch einen Neubau ersetzt worden, der 1944 von deutschen Soldaten gesprengt wurde. In den 50er Jahren dieses Jahrhunderts errichtete man ist die jetzige Pfarrkirche, die dem hl. Mauritius geweiht ist. Der hl. Mauritius (+ um 300) soll Anführer der Thebaischen Legion gewesen sein. Diese römische Legion, ganz aus Christen bestehend, soll unter dem Kaiser Diokletian bei Agaunum (heute St. Maurice, Kanton Gallis, Schweiz) den Märtyrertod gefunden haben.

 

Nach einer im Ederener Kirchenbuch vorhandenen Notiz wurde Freialdenhoven am 18. September 1678 von französischen Soldaten geplündert. Als Folge dieser Raubzüge kam es zur Ausraubung der Kirche. Die Soldaten nahmen dabei auch die wertvollen Kirchenbücher mit. Die jetzt vorliegenden Taufbücher von Freialdenhoven beginnen daher leider erst mit dem Jahr 1691.

Im Jahre 1961 schrieb Josef Rahier in "Ortsgeschichte der Gemeinde Freialdenhoven": "Man kann wohl sagen, daß sich die Bevölkerung von Freialdenhoven in drei Berufsgruppen gliedert: Landwirte, Maurer, Bergarbeiter". Die auffallend große Zahl der Maurer soll ihren Grund darin gehabt haben, daß in der Nähe der Sandgracht früher Feldbrandziegeleien gelegen haben. Von den hier hergestellten Feldbrandziegeln wurden in den umliegenden Ortschaften die Häuser gebaut.

 

Freialdenhoven ist der Stammort der weltberühmten Zirkusfamilie Althoff. Im Jahre 1660 wurde hier ein Findelkind aufgefunden. Weil keine Eltern bekannt waren, nannte man es Michael und nach seinem Geburtsort und Auffindungsort Aldenhoven. Michael Aldenhoven gründete hier den Zirkus Althoff. Die Angehörigen dieser Familie zogen fortan als Gaukler und Jongleure durch die Lande. Die größte und älteste Zirkusdynastie der Welt hat hier ihren Ursprung. Das Anwesen der Althoffs stand am Beginn der Dorfstraße. In der zu Ehren des Zirkus benannten Althoffstraße hatte der Zirkus noch bis zum 2. Weltkrieg das Winterdomizil.

Tribüne am Rasenplatz, Freialdenhoven
Das Vereinsleben in Freialdenhoven wird wesentlich durch den Fußballverein SC Borussia Freialdenhoven geprägt. Für den Spiel- und Trainingsbetrieb stehen dem Verein ein Rasenplatz mit Flutlichtanlage, ein Tennenplatz und ein Sportheim zur Verfügung. Die Borussia spielte von 2000 bis 2005 in der Oberliga Nordrhein. Besonderer Zuschauermagnet im Stadion an der Ederener Straße war in der Vergangenheit der Wuppertaler SV (s. Bild links).
Die Schützenbruderschaft St. Mauritius besteht schon seit 1716. Am Schulhof existiert ein Luftgewehrstand mit insgesamt 6 Bahnen.

Quellen

  • Broschüre "975 Jahre Freialdenhoven", herausgegeben von Hans Kunnes, Baesweiler
  • "Mein Heimatbuch", Herausgeberin: Marienschule Aldenhoven, Autoren: Josef Vroomen und Alfred Kupper
  • Rurblumen, 1936, Nr. 34/35

 

Das Wappen

Wappen von Freialdenhoven
Das Wappen zeigt sich in Gold (Gelb) und Schwarz geteilt; oben ein schwarzer wachsender rotbewehrter doppelgeschwänzter Löwe, unten drei goldene (gelbe) gleicharmige 2:1 gestellte Kreuze. Begründet wird dies einmal mit der früheren Zugehörigkeit zum Herzogtum Jülich und andererseits mit der Verbindung zur Christianität Jülich sowie den beiden Pfarrpatronen St. Mauritius und St. Urbanus.
 

Weitere Infos im WWW:

Ortsplan von Freialdenhoven

Digitalisierter Ortsplan der Ortschaft Freialdenhoven unter www.findcity.de.